Stitching Identity: How Fashion Became Ivan Hunga Garcia’s Path to Self-Reclamation

Identität nähen: Wie Mode zu Ivan Hunga Garcias Weg zur Selbstfindung wurde

von Guillermo Seis

Selbstfindung ist selten mit einer Karte verbunden. Für manche ist es ein langsames Entfalten, eine Reihe von ruhigen Momenten, in denen wir allein mit unseren Gedanken sind. Für andere ist es wie das Durchbrechen von Schichten von Erwartungen, sowohl unseren eigenen als auch denen der Gesellschaft, bis wir etwas Rohes und Wahres erreichen. In einer Welt, die uns oft dazu drängt, in vorgegebene Kategorien zu passen, fand Ivan Hunga Garcia, ein Embie-Kreativer aus Porto, ihre Wahrheit in etwas so scheinbar Einfachem wie Stoff. Aber es war nicht nur Mode; es war eine Rückeroberung.

Sie ebnen einen Weg in der Couture-Welt, wo Mode nicht nur getragen, sondern tief empfunden wird. Ihre Arbeit geht über Kleidung hinaus und wird zu einer Form der kreativen Erkundung, einer Möglichkeit, die Grenzen der Selbstdarstellung zu erweitern und gesellschaftliche Normen herauszufordern.

Wenn wir in Ivans Geschichte eintauchen, werden wir die universellen Fäden entwirren, die uns alle verbinden: Identität, Intimität und den Mut, authentisch zu leben. Dies erinnert uns daran, dass die persönlichsten Reisen oft etwas zutiefst Menschliches in uns allen ansprechen.

Kannst du uns ein wenig über dich erzählen?
Ein Embie, geboren auf dem Land in Portugal, Januar-Steinbock, 2000. Zwillinge-Mond. Löwe-Aszendent. Schütze-Venus. INTJ
Gegenwart: lebt in Porto, PT, Teilzeit Mode- und Untersuchungsdesign, Teilzeit Tech-Student.
Gab es bestimmte Wendepunkte in deiner Reise, die es dir ermöglichten, deine Sexualität und Identität vollständiger anzunehmen?
Ein spezifischer Wendepunkt war, als ich mich aufgrund der Pandemiezeiten mit mir selbst auseinandersetzen musste. Als jemand, der sich natürlicherweise isoliert, kanalisierte mein Identitätsgefühl die inneren Fantasien in eine von mir exklusiv gestaltete materielle und physische Umgebung. Das war etwas, was bis dahin – die Investition und Entfaltung dieser Gedanken als Ergänzung des täglichen Rituals – im Alltag eines Collegestudenten im Jahr 2020 unpraktisch oder unnötig gewesen wäre. Ich stellte mich der Gesellschaft mit einem neuen Gefühl der Kontrolle über die Erzählung und die soziale/externe Wahrnehmung vor.

Wie würdest du dich als Kreativer beschreiben? Siehst du Verbindungen zwischen deiner kreativen Arbeit und deiner Sexualität, die dazu beitragen? Und ermöglicht dir dieser kreative Antrieb eine Form der Selbstreflexion und Selbstfindung?
Ich unterstütze das Paradigma des hypersensuellen Ausdrucks mit einer asexuellen Denkweise, die meinen Charakter entwickelt hat. Und ich denke, das hat sich in meinem kreativen Antrieb gezeigt. Schließlich hängt jedes Konzept und jeder Ansatz vom Kontext ab, in dem es präsentiert wird. Daher erwarte ich vom künstlerischen Umfeld, dass BDSM und „suggestive“ Codes als soziokultureller Diskurs und nicht als Sexualisierung meiner (oder anderer) Person in der Öffentlichkeit verstanden werden.

Wie nutzt du Mode als Werkzeug, um gesellschaftliche Normen bezüglich Sexualität und Identität anzusprechen und herauszufordern?
Diese Frage ist eng mit der vorherigen verknüpft. Jeder hat den Ausdruck „Sex sells“ gehört oder verwendet. Modekampagnen sind ein Beispiel dafür. Obwohl wir als Kollektiv so ängstlich sind, unsere Wünsche und Bedürfnisse in einem entspannten Ton zu artikulieren. Diese sexuelle Entbehrung in der Art und Weise, wie wir kommunizieren, ist es, die Missverständnisse von Werten und Verhaltensweisen hervorruft. Sie zeigt auch wirklich, wie Menschen ihre Körpersprache und Körperpflege konsumieren und artikulieren.


Siehst du Dessous oder Unterwäsche als Medium, um traditionelle Vorstellungen von Geschlecht, Intimität oder Sexualität herauszufordern oder neu zu definieren? Wie hat dies deine Beziehung zu deinem Körper oder anderen beeinflusst?
Dessous sind eine Schicht, die immer vorhanden, aber manchmal übersehen wird, weil sie nicht sichtbar ist. Ich sehe diese Artikel als Designobjekte mit dem Potenzial, die Körper-Euphorie in ihren verschiedenen Erzählungen der Selbstverachtung zu steigern. Ich mag das Konzept nicht, etwas danach auszuwählen, was deinen Partner anziehen könnte, oder nur von jemand anderem ausgewählt zu werden. Für mich fühlt es sich wie ein Prozess der Entpersonalisierung an. Es sollte von innen kommen, bis diese Schicht abgelegt ist, wo du am verletzlichsten bist – das ist das, was deiner Haut am nächsten ist. Rollenspiele sind in dieser Aussage nicht enthalten.


Wie entwickelst du dich heute in deiner Beziehung zu Identität, Intimität und Selbstausdruck weiter?
Ich erlaube mir und allen um mich herum, dass sich unsere Prioritäten jeden Tag ändern können, ohne Erwartungen, wenn jeder Einzelne sein eigenes Gefühl von Erfüllung und Leichtigkeit anstrebt. Es ist normal, dass Dinge ephemer sind, und so sind auch Gefühle und alles andere, was als garantiert angesehen werden kann.

Fotografie:
Olesya Parfenyuk
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